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American Airlines

American Airlines prüft neue internationale Ziele ab Dallas-Fort Worth

American Airlines (AA) hat im Rahmen einer internen Führungskonferenz mit dem Titel „Journey ’26“ mögliche neue internationale Strecken vorgestellt. Im Mittelpunkt der Überlegungen steht dabei das Drehkreuz Dallas-Fort Worth (DFW), das als wichtigstes globales Hub der Airline dient.

Während der Veranstaltung wurden Mitarbeitende eingeladen, über zehn potenzielle neue Ziele abzustimmen. Diese Initiative sollte nicht nur das Engagement fördern, sondern auch einen Einblick in strategische Netzwerkerweiterungen geben. Zu den diskutierten Städten zählen Sevilla, Berlin, Bordeaux, Casablanca, Shannon, Mallorca, Kapstadt, Wien, Brüssel und Córdoba.

Einige dieser Destinationen werden bereits stark von Wettbewerbern bedient, während andere deutliche Lücken im Streckennetz von American Airlines darstellen. Besonders Wien (VIE), Brüssel (BRU) und Shannon (SNN) gelten als Märkte, in denen viele Reisende bereits eine Verbindung durch eine große US-Fluggesellschaft erwarten würden – doch American Airlines ist dort bislang nicht präsent.

Europa bleibt der wahrscheinlichste Wachstumsmarkt

Die jüngsten Entwicklungen zeigen klar, dass American Airlines ihren Fokus verstärkt auf Europa legt – insbesondere auf sogenannte „Secondary Cities“, also kleinere, aber stark nachgefragte Städte mit hohem touristischem Potenzial. Ein Beispiel ist die kürzlich angekündigte Aufnahme von Porto (OPO) in den Sommerflugplan 2027. Damit folgt American Airlines einem Branchentrend, da auch United und Delta zunehmend kleinere europäische Städte anfliegen.

Saisonale Strecken mit kalkulierbarem Risiko

Europa bietet für US-Fluggesellschaften attraktive Chancen, insbesondere in der Sommersaison. Saisonale Verbindungen ermöglichen es Airlines, Flugzeuge gezielt während der Hochsaison einzusetzen, ohne ganzjährige Kapazitäten binden zu müssen.

Ziele wie Mallorca (PMI) stehen dabei besonders im Fokus. Die Baleareninsel verzeichnet seit Jahren eine starke Nachfrage aus Nordamerika. Derzeit reisen viele US-Passagiere über europäische Umsteige-Drehkreuze an. Eine Nonstop-Verbindung würde Zeit sparen und das Angebot deutlich attraktiver machen.

Auch Städte wie Wien oder Shannon könnten von diesem Modell profitieren. Dank moderner Flugzeugtypen mit verbesserter Reichweite und Effizienz lassen sich solche Strecken wirtschaftlicher betreiben als noch vor einigen Jahren.

Flottenstrategie beeinflusst Streckenentscheidungen

Ein entscheidender Faktor bei der Planung neuer Routen ist die verfügbare Flugzeugflotte. Die Einführung des Airbus A321XLR spielt hier eine wichtige Rolle. Dieses Langstrecken-Schmalrumpfflugzeug ermöglicht Transatlantikflüge mit geringeren Betriebskosten und ist ideal für Strecken mit moderater Nachfrage. Ziele wie Shannon oder Bordeaux könnten dadurch realistischer werden.

Größere Flugzeuge wie die Boeing 787 hingegen benötigen ein höheres Passagieraufkommen, um wirtschaftlich zu sein. Das macht bestimmte Destinationen schwieriger – vor allem, wenn die Nachfrage stark saisonabhängig ist oder überwiegend aus Freizeitreisenden besteht.

American Airlines vermeidet es in der Regel, Kapazitäten auf Märkten einzusetzen, die nur geringe Geschäftsreise-Nachfrage oder einseitigen Freizeitverkehr bieten. Eine ausgewogene Mischung aus Geschäfts- und Privatreisenden bleibt entscheidend für nachhaltigen Erfolg.

Afrika und Ultra-Langstrecken bleiben herausfordernd

Casablanca (CMN) war bereits vor der Pandemie als neues Ziel vorgesehen, doch die Einführung wurde damals gestoppt. Zwar ist Royal Air Maroc inzwischen Mitglied der oneworld-Allianz, was bessere Anschlussmöglichkeiten bietet, dennoch bleibt die Nachfrage zwischen Nordamerika und Teilen Afrikas begrenzt.

Noch komplexer gestaltet sich eine mögliche Verbindung nach Kapstadt (CPT). Diese Strecke würde erhebliche Flugzeugkapazitäten binden und ist stark saisonabhängig. Zudem bedienen andere Fluggesellschaften die Route bereits, während American Airlines im südlichen Afrika keinen starken lokalen Partner mit umfangreichem Streckennetz besitzt.

Aus diesen Gründen erscheint eine Expansion innerhalb Europas derzeit deutlich realistischer als ein stärkeres Engagement in Afrika oder im asiatisch-pazifischen Raum außerhalb etablierter Märkte.

Netzwerklücken wecken weiterhin Interesse

Ein besonders auffälliges Beispiel ist Wien. Als bedeutende europäische Hauptstadt mit starkem kulturellem und wirtschaftlichem Profil fehlt die Stadt bislang im Streckennetz von American Airlines. Auch Brüssel – Sitz wichtiger EU-Institutionen – wird derzeit nicht direkt von AA bedient.

Solche Lücken im Netzwerk sorgen bei Reisenden und Branchenbeobachtern immer wieder für Spekulationen. In der post-pandemischen Phase analysieren Fluggesellschaften ihre internationalen Strategien neu und prüfen gezielt Märkte mit stabilem Wachstumspotenzial.

Ob die interne Abstimmung bei „Journey ’26“ tatsächlich zu neuen Strecken führt, bleibt offen. Klar ist jedoch: American Airlines beobachtet genau, wo sich Nachfrage entwickelt – und Europa dürfte dabei in den kommenden Jahren eine zentrale Rolle spielen.

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